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<title>Innara</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Innara</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Innara</b> ist die <a href="Hethitische_Mythologie" class="mw-redirect" title="Hethitische Mythologie">hethitische</a> Bezeichnung des Schutzgottes, dem verschiedene Schutzfunktionen zukamen. Im <a href="Luwische_Religion" title="Luwische Religion">Luwischen</a> wird er Annari genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Name">Name</h2></div>
<p>Der Göttername leitet sich vom Wort <i>innara-</i> „Kraft, Stärke“ ab, das auf *<i>h<sub>1</sub>en-h<sub>2</sub>nor-o</i>- „Männlichkeit innehabend“ zurückgeleitet wird und zur <a href="Indogermanische_Ursprache" title="Indogermanische Ursprache">indoeuropäisch</a> Wurzel *<i>h<sub>2</sub>ner</i>- „Mann“ gestellt wird.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Name wird meist mit dem sumerischen <a href="Determinativ" title="Determinativ">Gottesdeterminativ</a> <a href="Dingir" title="Dingir">DINGIR</a> und dem <a href="Sumerogramm" title="Sumerogramm">Sumerogramm</a> KAL „stark“ als <sup>DINGIR</sup>KAL (kurz: <sup>d</sup>KAL) „Schutzgottheit“ geschrieben. Häufig findet sich die alternative Transkription <sup>DINGIR</sup>LAMMA. In Mesopotamien bezeichnete LAMMA die Schutzgöttin <a href="Lamassu" title="Lamassu">Lamassu</a>, deren Wesen aber verschieden von der anatolischen Schutzgottheit ist.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das <a href="Hieroglyphenluwisch" class="mw-redirect" title="Hieroglyphenluwisch">hieroglyphenluwische</a> Logogramm für den Schutzgott ist ein Hirsch – (DEUS) CERVUS<sub>1</sub> –, ein Hirschkopf – (DEUS) CERVUS<sub>2</sub> – oder ein Hirschgeweih – (DEUS) CERVUS<sub>3</sub>.
</p><p>Das dazugehörige Adjektiv heth. <i>innarawant-</i>, luw. <i>annarummi-</i> „stark, kräftig“ ist ein Beiname des Schutzgottes und seiner Begleitern <a href="Ala_(G%C3%B6ttin)" title="Ala (Göttin)">Ala</a>, und ist im Plural Name des Götterkollektivs der hethitischen <a href="Innarawante%C5%A1" title="Innarawanteš">Innarawanteš</a> bzw. luwischen Annarumminzi.
</p><p>Der im 18. Jh. v. Chr. in <a href="K%C3%BCltepe" title="Kültepe">Kültepe</a> bezeugte Männername Inar, den neben anderen Männern auch ein König trug, bezieht sich auf den männlichen Schutzgott<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Auch der für Kültepe bezeugte Name Inaraḫšu („Inar-Spross“) kann vom Gott abgeleitet werden, während Inarawan zum Adjektiv gehört.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verbreitung">Verbreitung</h2></div>
<p>Das Sumerogramm <sup>d</sup>KAL bezeichnet verschiedene Schutzgottheiten, wobei nicht immer entschieden werden kann, welche Gottheit damit gemeint ist. Erstmals tauchen anatolische Schutzgottheiten in hethitischen Texten aus dem Beginn des 14. Jh. v. Chr. auf.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie sind besonders für Südostanatolien bezeugt und wahrscheinlich ursprünglich eine luwische Erscheinung.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Im Norden wurde die Bezeichnung auf die <a href="Hattische_Mythologie" title="Hattische Mythologie">hattische</a> Göttin <a href="Inar" title="Inar">Inar</a> übertragen, die Schutzgöttin von <a href="%E1%B8%AAattu%C5%A1a" title="Ḫattuša">Ḫattuša</a>, da sie wohl ähnliche Funktionen abdeckte.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der hethitische Großkönig <a href="Tud%E1%B8%ABaliya_IV." title="Tudḫaliya IV.">Tudḫaliya IV.</a> förderte den Kult der Schutzgottheit und seiner Begleiterin Ala und ließ auch Stelen für diese Gottheiten errichten, so auf dem <a href="Ar%C4%B1sama_Da%C4%9F%C4%B1" title="Arısama Dağı">Arısama Dağı</a>. Ein Text nennt „die 112 Namen der Schutzgottheiten der Majestät Tudḫaliya, des Großkönigs, des Helden“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion">Funktion</h2></div>
<p>Schutzgottheiten sind sehr vielfältig. Sie beschützen Haus, Herd und Hof, den Palast, Städte, Berge und Flüsse, die Flur und den Wald und Tiere, Gegenstände und Körperteile, aber auch Menschen, König und Königin, sowie deren Eigenschaften, wie Leben, Kraft oder Wunscherfüllung. Auch im Kriegswesen sind sie wirksam. Selbst Gottheiten können einen eigenen Schutzgott haben. Nicht alle können mit Innara identifiziert werden und die Benutzung des bloßen Sumerogramms <sup>d</sup>KAL ermöglicht selten zu erkennen, welche Gottheit genau gemeint ist. Manchmal kann an der beigefügten Endsilbe erkannt werden, welcher Gott gemeint ist: <sup>d</sup>KAL-<i>ri</i> steht für Innara, <sup>d</sup>KAL-<i>ti</i> für <a href="Kurunta_(Gottheit)" title="Kurunta (Gottheit)">Kurunta</a> und luwisch <sup>d</sup>KAL-<i>ya</i> für <a href="Runtiya" title="Runtiya">Runtiya</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Darstellungen">Darstellungen</h2></div>
<p>Demzufolge können Schutzgottheiten auch unterschiedlich dargestellt werden, wie hethitische Beschreibungen von Götterbildern zeigen. So wird eine Statuette des auf einem Hirsch stehenden Schutzgottes beschrieben, der in der Rechten eine silberne Lanze und mit der Linken einen Schild hält. Die goldene Statuette des Schutzgottes des Flur in <a href="Oinoanda" title="Oinoanda">Wiyanawanta</a> steht auf einem silbernen Hirsch, in der Rechten einen Bogen haltend und in der Linken einen Adler und einen Hasen. Zudem trägt er einen Dolch und goldene Früchte. Der Schutzgott der Lanze hatte eine hölzerne Statuette, weitere Details werden nicht angegeben.
</p><p>Eine Besonderheit ist das hethitische <a href="Hirschrhyton_der_Norbert-Schimmel-Sammlung" title="Hirschrhyton der Norbert-Schimmel-Sammlung">Hirschrhyton der Norbert-Schimmel-Sammlung</a>, da hier drei der bekanntesten Aspekte des Schutzgottes vereint sind. Auf dem <a href="Rhyton" title="Rhyton">Rhyton</a> ist eine Verehrungsszene dargestellt. Drei Männer opfern dem auf einem Hirsch stehenden Schutzgott und seiner Begleiterin <a href="Ala_(G%C3%B6ttin)" title="Ala (Göttin)">Ala</a>. Beide Gottheiten halten einen Adler in der Hand. Hinter dem Götterpaar stehen zwei aufgerichtete Lanzen, mit der Spitze nach unten. Dahinter ist ein Baum – möglicherweise der <i>eya</i>-Baum – mit einem darunterliegenden Hirsch und über diesem hängen ein Köcher und eine <a href="Kur%C5%A1a-Jagdtasche" title="Kurša-Jagdtasche"><i>kurša</i>-Jagdtasche</a>. Hirsch, Adler und Köcher verweisen auf den Schutzgott der Flur, die Jagdtasche auf den Schutzgott der <i>kurša</i>-Jagdtasche und die Lanzen auf den Schutzgott der Lanze.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aspekte">Aspekte</h2></div>
<p>In den hethitischen Texten treten viele verschiedene Schutzgottheiten zutage, diese müssen aber nicht alle Aspekte derselben Schutzgottheit sein. Aus der Vervielfältigung des Gottes Innara/Annari entstand zudem die Göttergruppe der Innarawanteš/Annaruminzi<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schutzgott_der_Flur">Schutzgott der Flur</h3></div>
<p>Der Schutzgott der Flur (heth. <i>gimraš</i> <sup>d</sup>KAL; sumerogr. <sup>d</sup>KAL LÍL und akkadisierend <sup>d</sup>KAL <i>ṢĒRI</i>) ist eine der am häufigsten genannten Schutzgottheiten. Als Gott der Wildnis ist er auch Jagdgott, der mit Pfeil und Bogen und einem Adler dargestellt wird sowie einem toten Hasen. Adler können ebenfalls für die Beizjagd eingesetzt werden. Im luwischen Pantheon der hethitischen Nachfolgestaaten ist er als <a href="Runtiya" title="Runtiya"><i>imrassi</i> Runtiya</a> bekannt.
<span id="KursaSG"></span>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schutzgott_der_kurša-Jagdtasche"><span id="Schutzgott_der_kur.C5.A1a-Jagdtasche"></span>Schutzgott der <i>kurša</i>-Jagdtasche</h3></div>
<p>Der Schutzgott der <a href="Kur%C5%A1a-Jagdtasche" title="Kurša-Jagdtasche"><i>kurša</i>-Jagdtasche</a>, auch Schutzgott des Askos genannt (heth. <i>kuršaš</i> <sup>d</sup>KAL-ri) hatte eine wichtige Rolle im Königskult inne. Die <i>kurša</i>-Jagdtasche diente unter anderem als Schutzamulett, und eine solche wurde am <a href="AN.TA%E1%B8%AA.%C5%A0UM-Fest" title="AN.TAḪ.ŠUM-Fest">AN.TAḪ.ŠUM-Frühlingsest</a> von <a href="Arinna" title="Arinna">Arinna</a> nach <a href="%E1%B8%AAattu%C5%A1a" title="Ḫattuša">Ḫattuša</a> und weiter nach <a href="Tawiniya" title="Tawiniya">Tawiniya</a> und Ḫiyašna und von dort zurück nach Ḫattuša getragen. Im <a href="Telipinu_(Gottheit)" title="Telipinu (Gottheit)">Telipinu</a>-Mythos wird eine <i>kurša</i>-Jagdtasche genauer beschrieben: Sie wird gefüllt mit Gerste und Weintrauben, Fett und Fleisch von Schaf und Rind sowie mit Segenswünschen an einen <i>eya</i>-Baum gehängt. Dieser war offenbar ein immergrüner Baum und er wird manchmal mit „Eibe“, zuweilen auch mit „Kermeseiche“ übersetzt. Hier zeigt sich deutlich der Fruchtbarkeitsaspekt der <i>kurša</i>-Jagdtasche.
</p><p>Zum Kult des Schutzgottes der <i>kurša</i>-Jagdtasche gehörten auch Vogelorakel. In einem Ritual für die königliche Familie wird der verärgerte Schutzgott gebeten ins Land Ḫatti zurückzukehren und gute Vögel mitzubringen.
</p><p>Vielleicht war der luwische Gott Tasku, der zusammen mit Ala und Runtiya im Heiligtum bei <a href="Ancoz" title="Ancoz">Ancoz</a> in der Kommagene verehrt wurde, eine vergöttlichte Jagdtasche, sofern der Name zu hethitisch <i>tašku</i> „Hodensack“ gestellt werden darf; doch ist die Bedeutung des hethitischen Wortes umstritten. Ebenfalls vorgeschlagen wurde, dass die vielen Brüste der <a href="Artemis_von_Ephesos" class="mw-redirect" title="Artemis von Ephesos">Ephesischen Artemis</a> ihren Ursprung im Kult der <i>kurša</i>-Jagdtasche hatten<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, was gut zum Wesen der Göttin passte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schutzgott_der_Lanze">Schutzgott der Lanze</h3></div>
<p>Die Lanze war ein Symbol des Schutzgottes und wurde als solche auch göttlich verehrt. Dem Schutzgott der Lanze (<sup>d</sup>KAL <sup>GIŠ</sup>ŠUKUR) libierte der König aus einem silbernen <a href="Tiergef%C3%A4%C3%9F" title="Tiergefäß">Tiergefäß</a> in Eberform.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schutzgottheiten_des_Königs"><span id="Schutzgottheiten_des_K.C3.B6nigs"></span>Schutzgottheiten des Königs</h3></div>
<p>Verschiedene Schutzgottheiten standen dem König und der Königin besonders nahe. Als <sup>d</sup>KAL.LUGAL oder hethitisch <i>ḫaššuwaš</i> Innara und hattisch Kattelikamamma ist er der Schutzgott des Königs.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es gab auch eine Schutzgottheit des Palastes oder eine des Innengemachs. <a href="Zit%E1%B8%ABariya" title="Zitḫariya">Zitḫariya</a> war der persönliche Schutzgott des Königs und der Königin in Form einer <i>kurša</i>-Jagdtasche.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schutzgottheiten_verschiedener_Gottheiten">Schutzgottheiten verschiedener Gottheiten</h3></div>
<p>Es gab auch Schutzgottheiten für verschiedene Gottheiten, dazu gehören <a href="%E1%B8%AAuwa%C5%A1%C5%A1anna" title="Ḫuwaššanna">Ḫuwaššanna</a>, die <a href="Sonneng%C3%B6ttin_der_Erde" title="Sonnengöttin der Erde">Sonnengöttin der Erde</a>, oder die Siebengottheiten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lokale_Schutzgottheiten">Lokale Schutzgottheiten</h3></div>
<p>Bestimmte Örtlichkeiten konnten einen eigenen Schutzgottheiten haben. Am häufigsten wurde der Schutzgott des Landes <a href="%E1%B8%AAatti" title="Ḫatti">Ḫatti</a> genannt. Bedeutend war die Schutzgottheit der Stadt <a href="Kara%E1%B8%ABna" title="Karaḫna">Karaḫna</a>, die in Staatsverträgen aufgelistet werden konnte. Der Kult des Schutzgottes von <a href="Tauri%C5%A1a" title="Tauriša">Tauriša</a> zeigte deutliche luwische Einflüsse und auf Luwische wurde er <sup>URU</sup><i>Taurišizzaš wašḫaz</i> <sup>d</sup>KAL „Taurišäischer reinster Schutzgott“ genannt. Er galt als Sohn des <a href="Tiwad" title="Tiwad">Sonnengottes</a> und der <a href="Kamru%C5%A1epa" title="Kamrušepa">Kamrušepa</a>.
</p><p>Eine fremde nichtanatolische Gottheit war <a href="Karhuha" title="Karhuha">Karhuha</a>, der alteingesessene Gott der Stadt <a href="Karkemi%C5%A1" title="Karkemiš">Karkemiš</a>. Er war Gefährte der Stadtgöttin <a href="Kubaba" title="Kubaba">Kubaba</a> und wird mit ihr zusammen in hieroglyphenluwischen Inschriften aus Karkamis der Eisenzeit häufig genannt. Sein Name konnte auch mit dem hieroglyphenluwische Zeichen CERVUS gebildet werden<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, was ihn als Schutzgott ausweist.
</p><p>Daneben sind auch Schutzgottheiten der Flüsse Kella, Kummara und Šiḫiriya genannt, letzterer kann vielleicht mit dem <a href="Sakarya_(Fluss)" title="Sakarya (Fluss)">Sakarya</a> gleichgesetzt werden. Mehrere Berge haben ebenfalls einen eigenen Schutzgott, darunter der Berg Šarpa, der selbst als Gott verehrt wurde. Er ist wahrscheinlich mit dem <a href="Ar%C4%B1sama_Da%C4%9F%C4%B1" title="Arısama Dağı">Arısama Dağı</a> identisch. Im Männernamen Šarpa-<sup>d</sup>KAL sind Berg- und Schutzgott vereint.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_Schutzgottheiten">Weitere Schutzgottheiten</h3></div>
<p>Schutzgottheiten konnten auch gegeneinander ausgespielt werden. Im Ritual der Anniwiyani, betritt eine Jungfrau mit einem Vogel aus Teig in der Hand das Haus eines Mannes, der von seiner Schwäche und sexuellen Impotenz geheilt werden möchte. Dabei fordert sie den Schutzgott <i>lulimmi</i> auf, das Haus zu verlassen und den Schutzgott <i>innarawant</i> reinzulassen. Das letzte Beiwort bedeutet „stark, kräftig“ und deutet an, dass dieser Schutzgott den Mann mit Manneskraft versehen soll. Die Bedeutung des anderen Beiwortes ist unbekannt, ein Zusammenhang mit akkadisch <i>lulīmu</i> „Hirsch“ wird als wenig wahrscheinlich erachtet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mythen">Mythen</h2></div>
<p>Im <a href="%E1%B8%AAa%E1%B8%AB%E1%B8%ABima" title="Ḫaḫḫima">Ḫaḫḫima</a>-Mythos schickt <a href="Tar%E1%B8%ABunna" title="Tarḫunna">Tarḫunna</a> Boten aus, um die verschwundene <a href="Sonneng%C3%B6ttin_von_Arinna" title="Sonnengöttin von Arinna">Sonnengöttin von Arinna</a> zu finden. Einer dieser Boten ist der Gott Innara. Der Frostdämon Ḫaḫḫima hindert seine Suche und lässt ihn erstarren.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Inar" title="Inar">Inar</a></li>
<li><a href="Kurunta_(Gottheit)" title="Kurunta (Gottheit)">Kurunta (Gottheit)</a></li>
<li><a href="Nubadig" title="Nubadig">Nubadig</a></li>
<li><a href="Runtiya" title="Runtiya">Runtiya</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Volkert_Haas" title="Volkert Haas">Volkert Haas</a>: <i>Geschichte der hethitischen Religion</i> (= <i><a href="Handbuch_der_Orientalistik" title="Handbuch der Orientalistik">Handbuch der Orientalistik</a>.</i> Sect. 1<i>Der Nahe und der Mittlere Osten.</i> Bd. 15). Brill, Leiden u. a. 1994, ISBN 978-9-004-09799-5.</li>
<li>Gregory McMahon: <i>The Hittite state cult of the Tutelary Deities</i>. Assyriological Studies 25 (1991). ISBN 0-918986-69-9.</li>
<li><a href="Piotr_Taracha" title="Piotr Taracha">Piotr Taracha</a>: <i>Religions of Second Millennium Anatolia</i>. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Bed%C5%99ich_Hrozn%C3%BD" title="Bedřich Hrozný">Bedřich Hrozný</a>: <i>Die Sprache der Hethiter</i>. Leipzig (1917), S. 74</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Alwin Kloekhorst: <i>The Hittite Inherited Lexicon</i>. S. 488</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Manfred_Hutter" title="Manfred Hutter">Manfred Hutter</a>: <i>Religionsgeschichte Anatoliens</i>. Die Religionen der Menschheit, Band 10,1. Kohlhammer 2021. ISBN 978-3-17-026974-3. Seite 65 Fußnote 33</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Volkert Haas: <i>Geschichte der hethitischen Religion</i>. Leiden 1994, ISBN 978-9-004-09799-5. S. 449</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Alfonso Archi: <i>The Singer of Kaneš and his Gods</i>; in: Offizielle Religion, lokale Kulte und individuelle Religiosität. Ugarit Verlag (2004). ISBN 3-934628-58-3. S. 13, Anm. 6</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Alfonso Archi: <i>The Singer of Kaneš and his Gods</i>. S. 13</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Maciej_Popko" title="Maciej Popko">Maciej Popko</a>: <i>Zur luwischen Komponente in den Religionen Altanatoliens</i>; in: Altorient. Forsch. 34 (2007) 1, S. 63–69</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Piotr Taracha: <i>Religions of Second Millennium Anatolia</i>. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8. S. 84</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Piotr Taracha: <i>Religions of Second Millennium Anatolia</i>. Wiesbaden 2009, S. 116.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Sarah Morris: <i>The prehistoric background of Artemis Ephesia: A solution to the enigma of her ‘breasts’?</i>. in: Ulrike Muss: <i>Der Kosmos der Artemis von Ephesos</i>, Wien (2001). S. 135–150</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Piotr Taracha: <i>Religions of Second Millennium Anatolia</i>. Wiesbaden 2009, S. 96.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Piotr Taracha: <i>Religions of Second Millennium Anatolia</i>. Wiesbaden 2009, S. 112.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Volkert Haas: <i>Die hethitische Literatur.</i> Berlin 2006, S. 118.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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